Schmieden - Themenkurs "Pfannen"

 

Spitzenköchinnen sind sich längst darüber einig - Hobbyköche ebenfalls: es geht nix über Bratkartoffeln aus der guten, alten, handgeschmiedeten Eisenpfanne. Aber auch Kurzgebratenes, Omlette und Röstgemüse machen in dem schwarz-edlen Blech mit Rand eine gute Figur.  

 

Warum seid ihr euch da so sicher?

 

  • Weil Eisen ein exzellenter Wärmeleiter ist, dessen Leiteigenschaften durch den Schmiedevorgang noch einmal verbessert ist. So reagieren die Pfannen sehr sensibel auf die kunstvolle Temperatursteuerung ihrer HerrInnen. 
  • Außerdem hält Eisen extremen Temperaturen stand.  
  • Außerdem verfügt sie über eine kratzfeste und biologische Antihaftbeschichtung.
  • Außerdem hält sie ewig.
  • Und - nicht zu vergessen: weil sie einfach SCHÖN ist. 

Wichtigstes Detail bei der Eisenpfanne ist das Einbrennen. Vor dem ersten Gebrauch werden in ihr Kartoffeln so hoch erhitzt, bis sie verkohlen. Dabei muss es qualmen, dampfen und zischen wie in einer Hexenküche. Legt sich erst der Rauch, steht vor uns - wie Phönix aus der Asche - eine startklare Pfanne, die uns nach dieser Tortur für den Rest unseres Lebens mit bestem Bratgut versorgen wird.

Eine Bedingung stellt sie: Geschirrspüler ist tabu. Eisen rostet bekanntlich im Zusammenhang mit Wasser. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sie nicht mit Wasser in Berührung kommen darf. Lediglich längere H2O-Bäder mag sie nicht. Dafür liebt sie Öle und Fette, besonders in hauchdünnen Schichten. So wird sie nach dem Gebrauch am besten einfach nur mit Küchenrolle oder Baumwolltuch ausgewischt.

Und nachher?

Bitte, nicht im Kastl verstauen, sondern in der Küche frei sichtbar aufhängen, denn eine geschmiedete Pfanne darf sich aufgrund ihrer optischen Schönheit auch außerhalb der Betriebszeiten sehen lassen!  .

 

Tageskurs: Pfannen schmieden.

 

1.) Herstellung:

Mit etwas Geschick können sich Koch und Köchin einfach Modelle dieser eher treuen als teuren Arbeitsgeräte an einem Halbtag selber herstellen. Das Ausgangsmaterial - eine rohe Zwei-Millimeter-Eisenblechscheibe mit 24 cm Durchmesser - wird im warmen Zustand in ein vorgefertigtes Gesenk gedrückt und somit in Grundform gebracht. Durch anschließendes Behämmern wird das Material verdichtet, was ihm einerseits noch bessere Wärmeleiteigenschaften verleiht, andererseits der Pfanne einen individuellen Charakter verleiht. Zum Schluss wird der Stiel ausgeschmiedet und angenietet.

 

2.) Einbrennen:

Da der oben beschriebene und abgebildete Einbrennvorgang in der gemeinen Hauskuchl eher Schrecken als Charme verursacht, ist die Frage berechtigt, ob man diesen Prozess nicht auslagern kann. Ja, kann man. Und zwar, indem man/frau ihn gleich in der Schmiede vonstatten gehen lässt. Weil dort sowieso seit Ewigkeiten Ruß und Kohle Regiment führen, kommts dort auf ein paar qualmend verkohlende Erdäpflstückl auch nicht mehr an. Im Gegenteil: die Rauchfänge der Schmiede lieben ihre Arbeit! So stellen wir die fertig geschmiedete Pfanne auf einen traditionellen Feuerknecht (Dreibein) direkt über das Schmiedefeuer und vollziehen den hitzigen Veredelungsprozess.

 

3.) Anwendung - ein kleines Festessen in der Schmiede:

Hat sich der Dampf gelegt und die Erdäpferl bis zur Unkenntlichkeit verkohlt, wirds langsam für den Magen spannend: Wir entsorgen die schwarzen Opfer-Erdäpfel, wischen die Pfanne sauber aus, Tropfen Oliven- oder Leinöl, und jetzt kommen frische Erdäpfel hinein. Schön in Würferl oder Speigerl geschnitten, mit oder ohne Schale, ganz nach Belieben. Die NichtvegetarierInnen können auch noch ein bissl Speck mitbraten, aber auch Bratkäse, Zwiebel, diverses Rohgemüse, Kräuter, Gewürze oder div. Wurstwaren können mitgebraten werden. Sie alle haben eines gemeinsam: es wird immer lecker!  Dazu gibts "gestacheltes" Bier. Eine fast vergessene Spezialität, die vor allem bei den Schmieden besonders verbreitet war....

 

 

Kosten:

 

EUR 100,-- pro Person, inkl. Material und Verpflegung

 

 

Termine: 31. März und 22. April. 2017, Max. 6 Pers./Kurs

1. Termin ausgebucht, weitere Termine auf Anfrage.

 

 Der Mensch spielt,

und er weiß,

dass er spielt,

und das Spiel ist

unvernünftig.

 (Jan Huizinga, 1932)