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Mini-Gender-Studies - handmade by ProDiagonal...

 

...wenn scho sonst nix geht momentan, so haben wir zumindest eine kleine private Gender-Studie angestellt - ganz spontan und zufällig, eines Morgens am Küchentisch, als technische Ausstattung lediglich ein paar Spickzetteln, Kugelschreiber und Tablet mit WLAN. - Und wir sind draufgekommen, dass es um die Frauenquote in Österreichs Spitzenkulturbetrieben momentan gar nicht so schlecht steht. 

Mögen sich die Feminist_innen zwar immer noch ärgern, weil es in Wirtschaft und Technik nicht ganz so rosig aussieht, aber ehrlich gesagt: wir als Kulturmenschen können Frauen sehr gut verstehen, die diese Gebiete freiwillig meiden... Nicht, weil sie uninteressant, oder gar unwichtig wären. Absurd! Aber man kann nur dort gut sein, wo einen das Herz hinzieht. Das Prinzip der Freiwilligkeit und der neigungsorientierten Selbstverwirklichung muss erhalten bleiben, keine Frau darf gedrängt werden, in die Technik zu gehen, nur weil dort die Quoten fehlen und viel Geld zu verdienen wäre.

Bei einem Ergebnis von 25:21 müssen wir in der Kultur hingegen langsam darauf achten, dass nach dem ersehnten Ausgleich der Balken in der Waage bleibt. Es darf sich jedenfalls in der Kulturszene nicht wiederholen, was sich seit der Nachkriegszeit in den Lehrkörpern der Pflichtschulen eingestellt hat, nämlich ein fast gänzliches Verschwinden der Männer. Sie wurden nicht verdrängt, sie sind freiwillig gegangen. Aber das macht unterm Strich keinen Unterschied. Sie fehlen einfach. Und niemand hat versucht, sie aufzuhalten. Ähnliches ist auch bei der musikalischen Jugend zu beobachten, die zumindest in manchen Instrumentengruppen fast nur noch aus Mädchen besteht (von männlichen Nachwuchssängern ganz zu schweigen...). Je mehr Frauen sich wo tummeln (aus welchem Grund auch immer), umso mehr denken Männer reflexartig, sie seien dort fehl am Platz und ziehen ab in vertrautere Domänen: Technik und Geld zählen. Aber Geldzählen kann gierig machen und zu viel Hightech nimmt uns den Bezugspunkt zur menschlichen Art und Weise. Nur in der Kultur erweist sich der Mensch ganz als Mensch - begabt für das Spiel, für den Bedeutungs-überschuss, auf der Suche nach innerem Frieden.

Daher darf es für keinen Menschen unattraktiv werden, in einen Kulturberuf zu gehen. Und wenn ein Geschlecht zum Flüchten neigt, sobald das andere eine gewisse Quote erreicht, dürfen die Mehrwerdenden den Gehenden nicht nachrufen: "Danke, dass ihr verschwindet, jetzt machen wir das Rennen", sondern zu Ende gedachte 

Emanzipation muss den Gehenden Fragen stellen und Bedingungen schaffen, die das Bleiben aller zum Ziel hat. 

 

 

Mach Schönes

und lass die Leute reden.

 

Peter Handke

 

 

Gesegnet sei der Gott,

der den Frühling

und die Musik

erschuf!

 

Richard Wagner