beethoven:complete.finale IX.  -  5. Nov. 2016

 

 

Das Ende einer musikalischen Reise, dem ein Anfang innewohnt

 

Mit der Aufführung der IX. Symphonie in d-Moll op.125 wurde die lange Entdeckungsfahrt zum Gesamtwerk von L. v. Beethoven beendet. Noch einmal versammelte Gerald Mair seine instrumentale Gemeinschaft, diesmal um Chor und Vokalsolisten erweitert, um sich.

Die Utopie, „Alle Menschen werden Brüder“, erfüllte machtvoll den sakralen Raum. Durch die veränderte Aufstellung des Orchesters war es diesmal für die Streicher nicht einfach, sich gegenüber dem großen Bläserapparat zu behaupten. Aber allein die Bewältigung des Riesenwerkes, war eine beglückende musikalische Leistung.

Gerald Mair nahm für den 1. Satz ein Tempo, welches in seiner vorwärtsdrängenden Energie das „Allegro“ und nicht das „ma non troppo“ beziehungsweise das „un poco maestoso“ als interpretatorische Richtschnur festmachte. Dadurch war der provokante Kontrast zum „Molto vivace“, des quasi themenlosen, nur durch die rhythmische Präsenz - mit großartigem Pauker- aller Instrumentalgruppen geprägten Scherzos erlebbar. Das vorwärtsdrängende fließende Musizieren gab dem 3. Satz die Anmutung eines lyrischen Intermezzos, vor der Bekenntnismusik des abschließenden Finales.

Ein mächtiges Auffahren aller zu Gebote stehenden musikalischen Kräfte, und der Wille, die Botschaft dieser Musik erlebbar zu machen, waren Mittelpunkt des Chorsatzes. Gerald Mair hat dabei die disparaten Teile zu einer Einheit geformt und den 4. Satz als Teil des gesamten Werkes erlebbar gestaltet. Das Orchester, der Chor und die vier Vokalsolisten rissen die Zuhörer zu „Standing Ovations“ hin, die wohl auch der gesamten Aufführungsreihe galten.

Was bleibt von dieser kulturellen Großtat in der sogenannten Provinz?

Allen voran ist Dr. Peter Deinhammer für seinen Mut Respekt zu zollen, dieses Projekt überhaupt in Angriff genommen zu haben. Gemeinsam mit den vielen freiwilligen Helfern, der Klangvereinigung Wien unter Gerald Mair, den Solistinnen und Solisten, dem Chor und schlussendlich auch dem Publikum, gab er diesem Ereignis den Rang des Außerordentlichen.

Das Durchmessen der musikalischen Entwicklung eines der größten Komponisten aller Zeiten, kann im besten Falle auch eine Reise zu sich selbst sein, und so einen Erfahrungsschatz darstellen, der bei der nächsten Begegnung mit Beethoven oder einem anderen Komponisten seine Wirkung bereithält. Das gilt gleichermaßen für die ausübenden Musikerinnen und Musiker, wie für das „berührte“ Publikum. In Erinnerung an persönliche Höhepunkte dieser Konzertreihe, soll uns die Begegnung mit analoger, überzeitlich wirkender Kunst, in einer Zeit der scheinbar ungebremsten Digitalisierung und Technikgläubigkeit, eine Insel zur Selbstreflexion und eine Oase der Ruhe sein.

 

Peter Huemer

 

 

Ganz großen DANK an Peter Huemer für seine herzliche Beteiligung als Kritiker und Kommentator von beethoven:complete!

Peter Deinhammer & Team

 

 

 

Ganz großen DANK der Fotografin Edith Kiniger, die mit ihrer Kamera so oft das Unmögliche möglich gemacht hat: nämlich unwiederbringliche Augenblicke dennoch festzuhalten!

 

DANKE auch an ihren Mann Karl Kiniger, der in ungezählten Megabytes sämtliche Konzerte auf Video dokumentierte.

Großer Applaus euch beiden!

 

Peter Deinhammer & Team

 

 

 

beethoven:complete.finale VIII.  -  15. Okt. 2016

beethoven:complete.finale VII.  -  17. Sept. 2016

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Energische Strahlkraft 

 

Mit großer Vorfreude, da das Violinkonzert op. 61 von Beethoven zu meinen erklärten Lieblingswerken aus der Feder des Meisters zählt, erwartete ich das einleitende Paukensolo des ersten Satzes. Vom ersten Augenblick mit raumgreifendem Ton, der auch im Piano nichts von seiner Substanz verlor, nahm uns die Solistin, und das hörbar motivierte und mitgestaltende Orchester unter Gerald Mair, auf diese musikalische Reise mit. Die Tempi nahezu ideal gewählt, was besonders dem 1. Satz gut tat, der manchmal als eine schier endlos wirkende lyrische Symphonie mit obligater Geige zelebriert wird, war spannungsgeladen und träumerisch in den stillen Oasen des Seitenthemas. Rhythmisch akkurat und dynamisch akzentuiert war das Konzertieren des Orchesters mit der Solistin gestaltet. Viktoria Kurina gelang es geradezu magisch die (teuflisch schwierige) F. Kreisler Kadenz als integrativen Teil des 1. Satzes zu musizieren. Herrlich die polyphonen Stellen wo Melodie und rhythmisches Begleitmotiv zueinander finden. Das traumverhangene Ausklingen des Satzes im Dialog mit dem Orchester (Fagott!) herzerwärmend. 

 

Das Larghetto als innigen Liedsatz in enger musikalischer Verzahnung mit dem Orchester gestaltend,  zauberte die Solistin einen Ruhepol mit lyrischer Eindringlichkeit in den Raum. Nicht beiläufig oder mit romantischen Drückern. Immer glasklar in der Phrasierung und Artikulation. 

 

Selbstbewusst mit kernigem Strich auf der G-Saite, und ein wenig kapriziös in der Motivwiederholung in den höchsten Lagen, gab die Solistin das Tempo und die Interpretation vor. Wunderbar wieder das gegenseitige Zuspielen der Motive zwischen Solovioline und Orchester (-solisten). Noch einmal machte die Solistin in der Schlusskadenz klar, dass sich das Risiko, authentisch und mit dem Einsatz aller ihr zu Gebote stehenden musikalischen und technischen Mittel das Werk zu interpretieren, lohnt. Die Zustimmung des Publikums viel verdientermaßen begeisternd aus. Eine Aufführung ist nicht dann gut; wenn alles stimmt - Intonation, Zusammenspiel, Artikulation - , sondern wenn sie mir (uns) etwas sagt. Darum war diese Aufführung besonders.  Die Solistin bedankte sich mit der 1. Caprice E-Dur op. 1 von N. Paganini. Ich (wir) danken Viktoria Kurina für diese eindringliche und einfühlsame Interpretation von ganzem Herzen. Der unvergleichliche Vasa Prihoda wäre sicher sehr zufrieden gewesen. 

 

Eine "Apotheose des Tanzes". So nannte R. Wagner die 7. Symphonie A-Dur op. 92. In dieser Aufführung war es gleichsam ein Tanz auf dem Vulkan. Überschäumendes Temperament und der Wille, das Risiko des über die Grenzen des tempomäßig technisch noch machbaren Musizierens in Kauf nehmend, stürzte sich Gerald Mair, mit seinem auf der Stuhlkante musizierenden Orchester, in dieses Abenteuer. Kein zögerliches Zurückhalten vor besonders exponierten Stellen rhythmischer und harmonischer Komplexität. Die Orchestergruppen ( Sonderlob - Hörner!) motivierend herausfordernd, mit niemals nachlassender Energie, gab der Dirigent seinen musikalischen Mitstreitern Zunder auf die Bögen, Rohre, Blätter und Schlegel. Der zweite Satz (Allegretto!) nicht als zähen Trauermarsch gestaltend, was diesem seine Spannung in Thematik und Aufbau wieder zurückgab gab. Ebenso das Trio des überaus rasanten Scherzos nicht mit doppelter musikalischer Handbremse aufblähend, sondern das ihm zugrunde liegende Wallfahrtslied feierlich aufsteigend. Im Schlusssatz kochte der musikalische Lavastrom exzessiv. Gerald Mair holte die letzten Kraftreserven (Coda!!!) aus seinem Orchester heraus, um diese in Töne gegossene musikalische A-Dur Charybdis zu bezwingen. Jubel!! Die sichtlich erschöpften aber beglückt strahlenden Musikerinnen und Musiker, die ihrem Dirigenten so begeisternd folgten, spendeten ihrerseits Gerald Mair verdiente Ovationen.

 

Peter Huemer    

Fotos: Edith Kiniger

beethoven:complete.finale VI.  -  13. Aug. 2016

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Lyrische Innigkeit -

und Landpartie mit jugendlichem Überschwang

 

Der sechste Konzertabend der Reihe beethoven:complete.finale brachte ein übervolles Programm des Meisters. Zu Beginn erklang die „große“ Leonoren-Overtüre Nr. 3. Ein Stück, in welchem die Anlage des Konzepts: „Durch Nacht zum Licht“, gleich wie in der 5. Symphonie, überzeugend zum Ausdruck gebracht wird. Besonders hervorgehoben sei bei dieser Aufführung der tastende Übergang zur triumphalen Schlusssteigerung, die mit Kraft und Verve in die Stiftskirche geschleudert wurde.

 

Die beiden, etwas zu sehr im Schatten des Violinkonzertes stehenden, Romanzen op. 40 u. 50 waren der Mittelpunkt der ersten Programmhälfte. Georg Wimmer als Solist, der als „musikalischer Heimkehrer“ in Lambach am Podium stand, gelang eine überaus innige und berührende Interpretation dieser heikel zu spielenden Werke. Man hatte den Eindruck, dass der enthusiastisch gefeierte Solist viele Erinnerungen und Eindrücke seines musikalischen Werdegangs in diese Aufführung in seinem Heimatort einfließen ließ. Die Wiedergabe dieser Kleinodien der Violinliteratur waren ein zu Herzen gehendes Geschenk, welches Georg Wimmer uns, und wohl auch sich selbst, gemacht hat. Bravo!

 

Weiter ging es mit den „Deutschen Tänzen“. Beethoven als Unterhaltungsmusiker. Da schwang schon mal ein Tanzbein in den Kirchenbänken mit. Das Vorbild Mozarts war in der Verwendung der „Janitscharen Musik“ und des Posthorns gegenwärtig.

Ein Sonderlob dem Trompetensolisten, der bereits in der Leonoren-Overtüre zu überzeugen wusste.

 

„Pastorale F-Dur op. 68.: „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“, so der Eintrag Beethovens. Eine Symphonie, die besonders extreme Deutungen bei der Interpretation ermöglicht. Hier ein schier endloses Zelebrieren der musikalischen Schönheit im langsamen Durchwandern, nach dem Motto: „Augenblick verweile doch, du bist so schön“, dort die im Sturmschritt abgehandelten Landschaftsszenen mit einem auf Schnelllauf eingestelltem musikalischen Diaprojektor. 

Die Interpretation der Klangvereinigung Wien, mit seinem Dirigenten Gerald Mair, scheint mir aus der Überzeugung zu kommen, die überlieferten Metronom Angaben als Richtschur für die Tempogestaltung zu nehmen. Die heiteren Empfindungen hatten es sehr eilig mit ihrer Ankunft auf dem Land und der Bach floss sehr munter durch die Landschaft. Vielleicht hätte es mancher musikalischen Phrase gutgetan, wenn sie mehr Zeit zum Ein- und Ausschwingen, über die Taktstriche hinweg, gehabt hätte. Für sich genommen, waren die Temporelationen des ersten und zweiten Satzes jedoch vollkommen schlüssig und überzeugend. 

Im dritten Satz konnten sich die Landleute am Tanzboden austoben und das Orchester traf genau den richtigen Ton für diese Szene. Doch schnell unter Dach! Ein heftiges Gewitter brach auf die Zuhörer in den heiligen Hallen herein. Blitz und Donner, der pfeifende Wind und der Regen peitschten durch die Instrumente. Ein eindringlich gestaltetes Klanggemälde, von den grollenden Bässen und Donnerschlägen der Pauke bis hin zur Wind schneidenden Piccoloflöte. Endlich war das Gewitter abgezogen und die Hirten konnten mit ihren Gesängen dankbar die Natur genießen. Hier war Raum und Zeit - von Gerald Mair gewährt - und die Musik konnte freier ausschwingen und zu sich kommen.

Das Orchester schlug, motiviert bis zum letzten Takt, mit Begeisterungsfähigkeit und eindrucksvollem instrumentalen Einsatz das Publikum in seinen Bann. Die ersten Pulte der Holzbläser, gerade in der 6. Symphonie so gefordert, gestalteten ihre Stimmen sehr überzeugend (Klarinette! – Fagott!).  Der durchsetzungsfähige Dirigent, mit klarem Konzept, war seinen Musikerinnen und Musikern in jeder Sekunde ein äußerst sicherer „Landschaftsführer“ über alle musikalischen Klippen hinweg.

 

Mit Freude erwarten wir das nächste Konzert, mit der „Apotheose des Tanzes“

 

Peter Huemer

 

beethoven:complete.finale V.   -  2. Juli 2016

OÖ Krone - 4. Juli 2016
OÖ Krone - 4. Juli 2016

 

 

Am 2. Juli 2016 wurde in Lambach Beethovens "Fünfte" Wirklichkeit:

Vier Töne - Eine symphonische Ikone! 

 

Im 5. Konzert der beethoven:complete-Reihe waren das 5. Klavierkonzert und die 5. Symphonie die Werke der musikalischen Erkundung. 

Clemens Zeilinger war der Solist im sogenannten "Kaiserkonzert" in Es-Dur. Im Sturmschritt wurde der 1. Satz und seine prächtig herausstaffierte 

Themenlandschaft durchmessen. Musikalisches Zentrum war der herrliche 2. Satz in H-Dur, wo der Solist, gemeinsam mit dem sensibel agierenden Orchester 

nun zu farbenreichen Spiel und eindringlicher Artikulation fand. Der Kehraus des letzten Satzes beschloss unbeschwert des ersten Teil den Konzertabends. 

 

Bereits der Einstieg in die 5. Symphonie, mit diesem so einfachen wir prägnanten Thema, das eigentlich keines ist, wurde die Tür zu einer hinreißenden Aufführung aufgestoßen. Gerald  Mair ließ sich, ohne jemals die Kontrolle über den musikalischen Verlauf zu verlieren, von Beethoven schier überwältigen. Und das ist gut so. Auswendig dirigierend führte er sein Orchester, und umgekehrt, durch Nacht zum Licht. Nie nachlassende Spannung durch alle Sätze hindurch bis zur triumphalen C-Dur Befreiung zog alle, Orchester, Publikum und wohl auch die steinernen Statuen der 12 Apostel in ihren Bann, um befreit in dankbaren und anerkennenden Jubel und Applaus dieses symphonische Fest zu feiern. 

Gestatten Sie mir noch eine besondere Erwähnung der Celli und Kontrabässe. Herrlich wie die Celli die Themen im 2. Satz innig singend und mit der größtmöglichen Deutlichkeit darboten. 

Da geht ein Stück des Himmels auf. Die Bässe, den so haarigen Beginn des Scherzos schattenhaft und geheimnisvoll spielend. Zornig, wild und mit rhythmischer Prägnanz die nachfolgenden Achtelketten herausschleudernd. Großes instrumentales Kino!  

Peter Huemer 

 

 

 

beethoven:complete.finale IV   -   18. Juni 2016

OÖN _ Welser Zeitung _ 24. 6. 2016
OÖN _ Welser Zeitung _ 24. 6. 2016

 

 

SINN UND SINNLICHKEIT

Vierter Konzertabend der Reihe „Beethoven:complete.finale“ im Stift Lambach.

 

Mittel- und Höhepunkt des Konzertes war zweifellos die Aufführung des Klavierkonzertes Nr. 4 G-Dur op. 58 mit Wieland Nordmeyer als Solist. „Seit jeher mein Favorit“ – so die persönliche Aussage des Pianisten. Diese Liebe und Begeisterung für das Werk war in jeder Phase dieser Aufführung zu erleben.

Gespannt und zugleich völlig frei, der quasi alles entscheidende Beginn des Konzerts. Der erste Satz, ein tastendes Zueinanderfinden von Solist und Orchester, welches alle Musiker immer intensiver in das gegenseitige Geben und Nehmen der musikalischen Erscheinungen zog. Traumverlorene Abschnitte verwandelten sich oft unvermittelt in dramatische Aufschwünge. Die riesige Kadenz, eine Essenz, die das musikalische Material des ersten Satzes zusammenfasst, wurde großartig mit Sinn und Sinnlichkeit gestaltet.

Der zweite Satz, ein Nebeneinander zweier Welten. Mit gezackten und gepeitschten Rhythmen stellte das Orchester klar, dass die musikalische, gleichsam einsame Welt des Solisten, unversöhnbar neben der Realität existiert. Wieland Nordmeyer zauberte dabei Klänge aus dem Klavier, die einem den Atem anhalten ließen.

Der Rondo-Kehraus, ein Parforceritt mit immer neuen Überraschungen, die sich Solist und Orchester gegenseitig zuspielten. Doch halt, die Erinnerung an die einsame Welt, im lyrischen Seitenthema gegenwärtig, machte uns schmerzlich bewusst, dass diese ausgelassene Stimmung immer bedroht ist.

Eine Aufführung, die Begeisterung, Nachdenklichkeit und freudiges Erstaunen bei uns auslöste. Wieland Nordmeyer ist kein Pianist, nein, er ist ein Musiker, der mich/uns mit und durch Beethoven im Innersten zu berühren vermag.

 

Die Vierte Symphonie in B-Dur op. 60, die nach der Pause erklang, wurde zielorientiert und mit freudigem Überschwang, mit vom Dirigenten eisern vorgegebenen Interpretationsvorstellungen, musiziert.

Den ruhevollen Abschnitten, besonders dem sehr schnell genommenen 2. Satz -Adagio! - wurde kaum ein Verweilen gegönnt. Vorwärts stürmte das höchst animierte Orchester und gab mit dem virtuosen Spiel im 4. Satz (Fagottsolo) eine weitere beeindruckende Visitenkarte seines Könnens ab. Gerald Mair führte sein Orchester mit sicherer und energischer Hand über alle musikalischen Klippen hinweg, zu einer, mit Begeisterung aufgenommenen, Aufführung. Die „verschworene“ Beethovengemeinde, die im Stift Lambach zusammenkommt, freut sich auf die nächsten Konzerte.

 

Peter Huemer

Stimmen aus dem Publikum:

 

"Die Oboen - so schön - ein Wahnsinn und das Fagott - ein Wahnsinn; die Bläser und auch die Flöten - so schön  - ein Wahnsinn "

 

Das Klavierkonzert: eine wunderbare Musik, so melodisch, so lieblich gespielt

Das Konzert war wie ein Sommerblumenstrauß: vielfältig , bunt, duftend, zart und kräftig, Einfach schön, wundervoll.

 

Klassische Musik wird heute gemacht, sie kann daher keine alte Musik sein!

 

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beethoven:complete.finale III  -  "Eroica" - 4. Juni 2016

Starker Auftritt einer zarten Pianistin

 

Beim „beethoven:complete.finale“ in der Stiftskirche Lambach gab es diesmal die weibliche Interpretation von Beethovens drittem Klavierkonzert: Die junge rumänische Meisterpianistin Alexandra Silocea schenkte dem Publikum eine Musik, die der Seele Flügel verleiht, in die man versinkt, leicht und doch tiefgründig, in wundervollem Einklang mit dem Orchester Klangvereinigung Wien unter der Leitung von Gerald Mair.

 

Nach der Pause brauste die 3. Symphonie „Eroica“ durchs Kirchenschiff, kraftvoll mit Pauken und Trompeten, dazwischen aber auch zart mit Flöten und melodiösen Bläserstimmen.

Das Publikum dankte mit langem Beifall für dieses außergewöhnliche Konzert. Die vierte Ausgabe des Symphonienreigens gibt es am 18. Juni um 20 Uhr in der Stiftskirche – mit der 4. Symphonie und dem 4. Klavierkonzert von Beethoven.

 

Edith Kiniger

 

Stimmen aus dem Publikum:

 

Der Prior des Stiftes Lambach, Pater Johannes Ruppertsberger, regelmäßger Konzertbesucher und Organist in der Stiftskirche, zeigte sich angetan und bewunderte den „starken Ausdruck und kräftigen Ton einer zarten Persönlichkeit“. 

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beethoven:complete.finale II   - 14. Mai 2016

 

Nachricht: Hört und seht, ich bin es, euer Beethoven!!

 

So, oder ähnlich, könnte man die Aufführung des C-Dur Konzertes op. 15 mit Paul Gulda und der Klangvereinigung Wien unter Gerald Mair zusammenfassen. Die Spannweite von extrovertierter und szenischer Geste bis zur versunkenen Kontemplation war, sowohl bei der Musik von Beethoven, als auch im Spiel von Paul Gulda, ständig präsent. Und gerade diese, dem Spiel und der Kommunikation innewohnende Dringlichkeit, machte das Hören so spannend und lustvoll zugleich. Das sehr aus dem Augenblick geborenen Spiel von Gulda forderte den Dirigenten und sein Orchester zu aufmerksamsten Reagieren, was der Aufführung noch einen zusätzlichen Reiz beisteuerte. Höhepunkte waren für mich, die geradezu dem Instrument abgerungene große Kadenz im 1. Satz, sowie die zeitlose Ruhe des 2. Satzes mit einem herrlichen Dialog zwischen Klavier und den Holzbläsern (Klarinette!). Die Widerborstigkeiten und rhythmischen/harmonischen Überraschungen die uns Beethoven im 3. Satz serviert, würden in einem, diesen Fallstricken besser dienlichen Tempo möglicherweise überzeugender zur Geltung  gelangen. Aber das ist vielleicht nur spitzfindige Beckmesserei, aber gesagt sei es schon. Gerald Mair führt sein Orchester an einer sehr kurzen Leine, und entgeht so etwaigen Überraschungen im Zusammenspiel, besonders in der darauf folgenden 2. Symphonie. Strikt durchgehaltene Tempi, und wenn es gefordert ist, auch kräftige Akzente, ergeben ein lebendiges Spiel. Das fast zum Allegretto mutierte Larghetto des 2. Satzes mit seinen Tanzthemen war sehr streng gehalten. Der mit Humor (Papa Haydn lässt Grüßen) gespickte 4. Satz, forderte das Orchester bis an die Grenzen. Und gerade dieses grenzgängerische in der Musizierhaltung tat dem Werk (wie vieler Musik von Beethoven) so gut. Der Besetzung (2. Celli, 1. Kontrabass) ist ein etwas von oben kommender Klang eigen, dem der feste und sinnliche Grund etwas abzugehen scheint. Aber das wird sich in der nächsten "Napoleonischen" Aufgabe wohl ändern. Weitere spannende Erkundungen im Kosmos der Symphonik von Beethoven darf man erwarten.  

Peter Huemer

Kronenzeitung, 17. Mai 2016
Kronenzeitung, 17. Mai 2016

Achtung, frisch gestrichen!

Ewig jung gebliebene Musik in mitreißender Interpretation

beim 2. Abend von beethoven:complete.finale

 

Lambach, 14. Mai: Zum zweiten Mal Beethoven in der Stiftskirche, zum zweiten Mal Paul Gulda als Solist, zum zweiten Mal vollbesetzte Bankreihen und ein Publikum, das den Hörgenuss mit anhaltendem Applaus belohnte.

Man begann mit der Overtüre zu "Fidelio", um anschließend mitzuerleben, wie der Meisterpianist Paul Gulda bei der Interpretation des 1. Klavierkonzertes op. 15 in eine andere Welt versank und seine Zuhörer mitriss. Mit unglaublich faszinierender Hingabe an die Musik und brillanter Technik holte Gulda das Maximum an Klangspektren, Harmonien und Melodien aus dem Instrument - fast mehr, als der kleine-feine Steinway geben konnte. Begleitet wurde er vom kongenialen Orchester Klangvereinigung Wien unter dem Dirigenten Gerald Mair. Als Zugabe spielte Gulda den mittleren Satz aus der "Pathetique", den er - passend zum vorangehenden Klavierkonzert, fast orchestral anlegte. Mit herrlicher Poesie und großem Gestus rundete er dieses Beethoven-Intensiverlebnis ab. 

Nach der Pause wurde der Symphonien-Zyklus fortgesetzt mit der 2. Symphonie in D-Dur (op.36) und ihren typischen Themen der Holzbläser. Sie wirkt auch nach über 200 Jahren immer noch wie "frisch gestrichen". Mit flotten Tempi reagierte daher Gerald Mair auf die Ewig-jung-Gebliebene und hielt das Orchester ständig in einem Spannungsfeld: Er motivierte die Musiker teilweise bis zum Super-Drive, mäßigte diesen aber auch immer wieder zeitgerecht, bevor sich die Deutlichkeit der Figuren in der Akustik der Kirche auflösten. Lang anhaltender Beifall, viele glückliche Menschen. Ein älterer Herr zeigte sich überwältigt: noch nie habe er Derartiges gehört, gestand er. 

Am Samstag, den  4. Juni geht es weiter mit der bekannten dritten Symphonie "Eroica" und dem dritten Klavierkonzert  mit der Solistin Alexandra Silocea.

 Der Veranstalter Peter Deinhammer  vom Kulturhaus Pro Diagonal freut sich auf ein Wiedersehen und Wiederhören.

 

Text & Fotos: Edith Kiniger

 

 

Stimmen aus dem Publikum:

 

per e-Mail:

Hallo Herr Dr. Deinhammer! Ich möchte mich auf diesem Wege für die großartige Veranstaltung am Sonntag bedanken. Als „Neuling“ was Klassiklivekonzerte angeht, haben Sie einen großen Fan dazu gewonnen. Freue mich schon sehr auf die nächsten Abende. Danke für eine beeindruckende Vorstellung! 

Menges Gerald 

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Oh! Freude. - beethoven:complete ist eröffnet!

OÖN - 6. Mai 2016
OÖN - 6. Mai 2016

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29.04.2016 Kurzinterview "Beethoven in Lambach" Ö1 Intrada
Ö1 Intrada - Beethoven in Lambach - 29.
MP3 Audio Datei 1.7 MB

DorfTV, 20. April 2016, 18:00 Uhr - Open House - live

Peter Deinhammer und Dirigent Gerald Mair

zu Gast bei

Norbert Trawöger

OÖN - 13. Okt. 2015
OÖN - 13. Okt. 2015
beethoven:complete.8 - Sonntags-Matinée - 19. Apr. 2015
Klangvereinigung Wien, Chor E Medio Cantus, Gerhard Hofer, Franz Strasser, Gerald Mair

Live-Mitschnitt beethoven:complete.8

Ein perfekter "Appetizer" zu den bevorstehenden Symphonien !

beethoven:complete.8

Sonntags-Matinée  19. April 2015

 

Beethovens „Neunte“ im Probelauf

Funkelnde Sternstunde im Lambacher Langzeit-Konzertzyklus

 

Tosender Applaus, Standing Ovations, Begeisterung pur! Das Publikum im ausverkauften Refektorium des Stiftes Lambach genoss am Sonntag, den 19. April eine Beethoven-Matinée der Extraklasse.

Selten gelangt die Schauspielmusik zu Egmont zur Aufführung. Goethes Text wurde durch die ausdrucksstarke Stimme von Franz Strasser atemberaubend lebendig. Das Orchester Klangvereinigung Wien unter dem dynamischen jungen Dirigenten Gerald Mair vervielfachte die Wirkung: geigenzart-klangvoll, paukenkräftig- raumfüllend, horntönend- klagend  begleitete und erzählte die Musik das Leben und Sterben des Grafen Egmont, eines Opfers der politischen Wirren im 16. Jhdt.

Mit  der  Overture zum Festspiel „König Stephan“ eröffnete das Orchester schwungvoll den 2. Teil des Konzertes. Die Chorphantasie – Beethovens „Probelauf“ für die legendäre Neunte Symphonie - vereinte schließlich Klavier, Orchester, Gesangssolisten und den Chor zu einem vollendeten Klangerlebnis. Gerhard Hofer als Solist am Bösendorfer faszinierte durch sein elegantes, scheinbar müheloses, facettenreiches Spiel. Der Chor E Medico Cantus aus Linz mit den Solistinnen Ilia Vierlinger, Silke Redhammer und Isabell Czarnecki sowie den Solisten Markus Stumper, Rafael Hintersteiner und Christoph A. Schöffmann  sang sich  in die Ohren und Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Durch anhaltenden Applaus erbat sich das Publikum eine Wiederholung der  „schmeichelnd holden“ Melodien. Manch ein Besucher summte die Klänge beim Weggehen und auch die Musiker waren sichtlich gerührt von der Begeisterung im Saal an diesem wunderschönen Frühlingssonntag.

Vielen Dank an die Veranstalter Monika und Peter Deinhammer vom Bildungshaus Pro Diagonal.

Nicht vergessen! Die Serie beethoven:complete geht weiter! Nächstes Jahr zur Landesausstellung stehen als Höhepunkt des 10-Jahres-Projekts die 9 Symphonien am Programm, zu denen durch den fulminanten „Probelauf“ am 19. April erst richtig die Lust entbrannte. Leider gilt bei aller Begeisterung für diese Zukunftsvision jedoch immer noch der Spruch: Ohne Göd ka Musi, daher: dringend Sponsoren gesucht!

Edith Kiniger

28. März 2015: Große Messe in C - St-Stephans-Chor Wels, Davidchor Eferding, Dirigent: Kurt Dlouhy
28. März 2015: Große Messe in C - St-Stephans-Chor Wels, Davidchor Eferding, Dirigent: Kurt Dlouhy
28. März 2015: Große Messe in C - einige Details           (Fotos: Edith Kiniger)
28. März 2015: Große Messe in C - einige Details (Fotos: Edith Kiniger)
Valentin FHEODOROFF, Beethoven-Preisträger 2013, am 7. Feb. 2015 zu Gast bei beethoven:complete
Valentin FHEODOROFF, Beethoven-Preisträger 2013, am 7. Feb. 2015 zu Gast bei beethoven:complete
Streichtrios 1 - Georg Wimmer, Sebastian Führlinger u. Bertin Christelbauer (18. Okt 2014)
Streichtrios 1 - Georg Wimmer, Sebastian Führlinger u. Bertin Christelbauer (18. Okt 2014)
Die Ruinen von Athen - Der glorreiche Augenblick - 18. Juni 2014 - Orchester Stadl-Paura/Lambach, Coro LamBacchus Amandus, Dir. Reinhard Gruber
Die Ruinen von Athen - Der glorreiche Augenblick - 18. Juni 2014 - Orchester Stadl-Paura/Lambach, Coro LamBacchus Amandus, Dir. Reinhard Gruber
30. März 2014: Streichquintette  mit dem Adalbert-Stifter-Quartett, Linz (Clemens Rechberger a. G.)
30. März 2014: Streichquintette mit dem Adalbert-Stifter-Quartett, Linz (Clemens Rechberger a. G.)
Foto: privat
Bläserkammermusik "Ensemble Bruckner.s.Uni.versale" mit dem berühmten Septett op. 20 (14.09.2013)
Bläserkammermusik "Ensemble Bruckner.s.Uni.versale" mit dem Oktett op. 103 (18. Mai 2013)
Bläserkammermusik "Ensemble Bruckner.s.Uni.versale" mit dem Oktett op. 103 (18. Mai 2013)
OÖN, 01.07.2013
OÖN, 01.07.2013
Interview in den OÖN zu den Beethoven-Gesmtaufführungen in Lambach, 19. April 2013
Interview in den OÖN zu den Beethoven-Gesmtaufführungen in Lambach, 19. April 2013
Auch viele sehr unbekannte Schätze aus Beethovens musikalischem Hirnkasten gelangen bei den Lambacher Gesamtaufführungen ans Licht, wie z.B. die 3 Duette für Klarinette u. Fagott (WoO 27)
Auch viele sehr unbekannte Schätze aus Beethovens musikalischem Hirnkasten gelangen bei den Lambacher Gesamtaufführungen ans Licht, wie z.B. die 3 Duette für Klarinette u. Fagott (WoO 27)

Folgende Konzertkritik zur Eröffnung der 5. Beethoven-Saison erreichte uns per e-mail:

 

Gehört, gehört!

Abseits- von ta-ta-ta-taaa und Akkordbrechungen im Mondschein gibt es bei der 5. Reihe der Beethoven-Gesamtaufführungen die Bläserkammermusik des Komponisten zu entdecken.
Neben dem Hauptwerk des Abends, dem Klavierquintett op. 16, an Mozarts Geniestreich KV 452 geschult, gab es mannigfaltige Besetzungszusammenstellungen und reizvolle Klangkombinationen (Quintett, Hess 19, mit 3 Hörnern, Oboe und Fagott) bis zur Solosonate für Horn und Klavier zu hören. Ausführende waren Studenten und Studentinnen der Anton Bruckner Universität, die unter der Anleitung ihrer Professoren diese Werke erarbeitet haben. Auf hohem technischen und musikalischen Niveau wurden die allzu selten gespielten Stücke dem Publikum dargebracht, welches auch sehr Applaus freudig darauf reagierte.

Es sei gestattet aus der Fülle des Gebotenen die Interpretation der Sonate für Horn und Klavier op. 17 heraus zu stellen. Nicht allein die stupende technische Sicherheit von Andreas Kreuzhuber begeisterte, sondern noch mehr die ausgereifte Durchdringung des Notentextes in Phrasierung, klanglicher Differenzierung und Dynamik. Man ist geneigt zu sagen: " Der junge Dennis Brain" hat  im Refektorium des Stiftes Lambach konzertiert."  

Für Kenner und Enthusiasten war es reizvoll den klanglichen und spieltechnischen Unterschied zwischen "Wiener Horn in F" im Ensemblespiel und "Doppelhorn in F/B" in der Solosonate zu erleben.

Die Bläserkammermusik-Reise geht weiter. Versäumen Sie nicht diese spannenden Erfahrung.


Allen Musikern und Musikerinnen, Peter Deinhammer und Gerald Kraxberger sei herzlich gedankt!

 

Peter Huemer

samstag, 17. september 2011, 20:00 uhr

 

1. abend: beethoven - klaviersonaten mit PETER LANG

 

Fulminanter Tastenzauber zum Auftakt.

Mit großem Erfolg wurde die 4. Beethoven-Konzertreihe von ProDiagonal eröffnet. Der gebürtige Lambacher Peter Lang spielte am 17. 9. die ersten vier der 32 Klaviersonaten Beethovens und konnte nicht nur durch Virtuosität, sondern auch durch musikalische Sensibilität der Extraklasse punkten. Schon nach der ersten Sonate gab es euphorischen Beifall. Peter Lang war selbst überwältigt von dieser herzlichen Aufnahme hier in Lambach, der ausverkaufte Saal war hingegen in den Bann gezogen von der phantastischen Musik Beethovens.

 

Weitere Abende:

 

10. März 2012, 5. Mai, 16. Juni, jeweils 20:00 Uhr, Stift, Refektorium. Karten per mail und an der AK.

Per e-mail erreichte uns nach dem 1. Abend folgende Publikumskritik:

 

Das Konzert war in vielen musikalischen Aspekten ein sehr ansprechendes. Wenn ich nach dem letzten Ton sagen kann: "Was für eine tolle Musik" und nicht wie oftmals: "Einmalig gespielt aber die Werke waren nur oberflächlich erfassbar", dann hat eine wirkliche Auseinandersetzung mit der erklungenen Musik stattgefunden.

Peter Lang hat mir (uns) den Kosmos Beethoven, die Klaviersonaten betreffend, eindringlich im Detail, als auch in der Gesamtstruktur der Werke, beleuchtet. Besonders das Inneins von strukturell, harmonischer Gestaltung, und der wie im Augenblick entstehenden musikalisch sprechenden Phrase, war bemerkenswert. Das zeugt wirklich von tiefschürfender Auseinandersetzung mit den Werken.

Endlich kommen auch die sog. "no name" Sonaten zu ihrem Recht, und werden als gleichberechtigte Partnerinnen neben ihren Publikumsrennern präsentiert. Kompositorisch sind meiner Meinung nach ohnehin manche der "unbekannteren" Werke aus dem Zyklus schlichtweg eindringlicher, als die
"Applausbringer".

Eine bewundernde Gratulation an Peter Lang.

 

Ein Konzertbesucher schrieb per e-Mail am 16. Jänner:

 

Das Konzert am 14.1.2012 hat wieder, in Hinblick (Hinhören) auf die Werke von L v. B und den Künstler Peter Lang, die Erwartungen voll erfüllt. Wieder dieses Durchdringen von Form und Ausdruck, auch die klangliche Realisierung war insbesondere in den dynamischen Abstufungen sehr eindrucksvoll.

 

Per e-Mail erreichte uns zum 4. Abend folgender Publikumskommentar:

  

Furor und Kontemplation!

Peter Lang ist weiterhin bereit uns teilhaben zu lassen am Kosmos Beethoven. Wir sind dabei die reich beschenkten, die in unterschiedlichste kompositorische Welten und Emotionen quasi zwingend gezogen werden. Es hat sich auch eine Künstler - Publikum Beziehung entwickelt, die hörbar Freude auf beiden Seiten erkennen lässt. So trägt auch der Zyklus auf dieser Kommunikationsebene
reiche Früchte.
Die zwei im Titel angesprochenen Welten fanden besonders in der Gegenüberstellung der Sonaten in c-moll op. 10/1 und der D-Dur Sonate op. 15 "Pastorale" ihre sinnfällige Entsprechung.
Die Eröffnungsgeste des c-moll op.10/1 Werkes gleichsam in den Saal geschleudert, zwang Peter Lang, der von Pathos und grimmigen Gesten und Klängen erfüllten Sonate, ihre ganze Überzeugungskraft ab. Trotz aller Knappheit in der Konstruktion und der "Bocksbeinigkeit" der Motivverarbeitung, erklangen die 3 Sätze wie aus einem Guss. Ohne Kompromisse in Dynamik und Tempo entstand unter den Händen des Interpreten ein großartige "Tour de Force", die begeisterte.
Mit dem ersten Akkord der D-Dur Sonate op. 28 betrat Peter Lang, gemeinsam mit dem sehr konzentrierten Publikum, eine andere Welt des Kosmos Beethoven. Nicht die kämpferische Geste und Verdichtung des Materials stand dabei im Vordergrund, sondern das auf sich selber hören in weiten Klängen und variierten Stimmungen. Schubert lässt bereits grüßen, in den wie aus der Zeit gefallenen Räumen von Melodie und Klang. Besonders der 2. Satz war im buchstäblichen Sinn atemberaubend. Nichts war beiläufig empfunden oder "überspielt". Alles erschloss sich am Ende zu einem Ganzen und ließ die Zuhörer, und ich denke auch Peter Lang, zutiefst berührt den Klängen nachhören.

Der Eindruck aus der physikalisch vergehenden Zeit herausgetreten zu sein, und frei von Anfang und Ende die Musik zu erleben, war ein großes Geschenk, dass uns Beethoven und sein "Botschafter" Peter Lang gegeben haben.

 

Publikumskommentar zum 6. Abend der Klaviersonaten (16.6.12):


Ertrage die Ordnung, und die Ordnung trägt dich!

Beethoven hat es seinen Rezipienten und besonders seinen Interpreten nicht leicht gemacht, was die musikalische Form angeht. Es gibt hier nicht immer vorhersehbare Entwicklungen, die eigentlich
im musikalischen Formenkanon gesichert wären. Zu sehr unangepasster Individualist, führt uns Beethoven auf Abwege, die gespickt mit engen harmonischen Schluchten und stachelbewehrter
Rhythmik eine gedanklich anregende, aber auch sehr fordernde musikalische Reise bedeutet.

Und der Interpret muss dabei ein unheimliches Gespür für diesen Wegverlauf aufbringen. Gleichsam wie ein musikalischer Navigator steuert Peter Lang unerschrocken durch diese Landschaft.
Beeindruckend bleibt immer, dass sich "unser" Beethovenbotschafter auch den interpretatorischen Mut gönnt und das Können besitzt, auch aus dem Augenblick heraus gestaltend einzugreifen.
Hier gehen dann Anspruch und Wirklichkeit (Erleben) auf die schönste Weise zusammen.

Einzelnes heraus zu greifen macht bei solch einer Meisterschaft keinen Sinn mehr und hat auch keine Notwendigkeit." ES" hat musiziert. Tiefe Dankbarkeit und Beglückung bleiben zurück.

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Aus der Salzburger Zeitschrift "DrehPunktKultur"

(Ausg. vom 24.Jänner 2013)

 

 

Triumph des Geistes

PETER LANG / BEETHOVEN-ZYKLUS

 

24/01/13 Peter Lang ist beim sechsten Konzert seiner Reihe sämtlicher Beethoven- Klaviersonaten im ausverkauften Solitär angelangt. Das Publikum, darunter ein repräsentativer Querschnitt durch die Salzburger Klavierszene von jung bis alt, feierte den Interpreten lauthals und völlig zu Recht.

Von Gottfried Franz Kasparek


Am Mittwoch (23.1.) lagen, wie immer bei Peter Lang, keine Noten am Klavier. Vier kapitale Sonaten ewältigt der Ausnahmekönner souverän aus dem Gedächtnis. Peter Langs Konzert-Dramaturgie ist nicht chronologisch geordnet, sondern versucht, rund um einen populären Stücknamen - wie diesmal „Waldstein“ - erfolgreich atmosphärische und formale Bögen quer durch den Klavier-Kosmos Beethovens zu finden. Worauf die ansonsten vom Geiste reiner Analyse durchtränkten Programmhefte leider kaum eingehen.

Ein Abend wie dieser mit zwei hoch experimentellen frühen, einer eruptiven mittleren und einer geheimnisvollen späten Sonate erschließt sich freilich aufmerksam Hörenden von selbst. Musik an der Schwelle zur großen Romantik, Musik, die gleichzeitig bereits über das 19. Jahrhundert hinausblickt, Musik geballter Expression und kunstfertigster Variation – so könnte man diesen Abend zusammenfassen.

Am Beginn stand die Sonate Nr. 12 As-Dur op. 26, als deren ersten Satz Beethoven eine Variationenkette geschrieben hat, was gar nicht so neu war – denkt man etwa an Mozarts A-Dur-Sonate KV 331. Peter Lang meißelte die scharfen Kontraste zwischen dem Folgenden, zwischen rasantem Scherzo, theatralischem Trauermarsch und geradezu wütend fröhlichem Finale kompromisslos und mitreißend heraus. Revolutionsetüden in Sonatenform sind dies, zweifellos, anno 1802.

Stürmisch ging es auch in der „Waldstein-Sonate“ C-Dur op. 53 weiter, die oft als „Klavierkonzert ohne Orchester“ bezeichnet wird, in ihrer formal wagemutigen Zweisätzigkeit aber eher als „Symphonische Dichtung“ für Klavier solo gelten kann. Wie Lang hier die brillante Virtuosität, die ihm auch zu Gebote steht, immer mit glasklarer Klanglichkeit verbindet und mitunter, so in der langsamen Introduktion des 2. Satzes, Inseln lyrischen Verweilens findet, stellt ihn in die Reihe der großen Beethoven-Interpreten.

Die Es-Dur Sonate op. 27/1, sozusagen die vernachlässigte Schwester der „Mondschein-Sonate“, führte aus den „Fidelio“-Tagen der „Waldstein-Sonate“ zurück in die Zeit um 1800. Eine faszinierend vielschichtige Attacca-Fantasie voll bärbeißigem Witz und innovativer Kraft.

Zwei Jahrzehnte später entstand die Sonate Nr. 31 As-Dur op. 110, mitten in der Arbeit an der „Missa Solemnis“. Das Wunderwerk des dritten Satzes mit der unentrinnbaren Fuge im Zentrum war diesmal besonders faszinierend. Es auf Strukturen zu reduzieren, hieße Beethovens eigene Spielanweisungen wie „poi a poi di nuovo vivente“ – nach und nach zu neuer Lebendigkeit - zu negieren. Peter Lang tat dies nicht, sondern fand berührend zu jenem „Triumph des Geistes“, der die Sonate krönt. Und danach war wirklich keine Zugabe mehr möglich.

 

Originalversion siehe unter www.drehpunktkultur.at

 

 

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Kulturseite Neues Volksblatt, 5. Nov. 2012
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OÖNachrichten - 5. März 2013
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Liederabend 2 - mit Christian Havel und Peter Deinhammer (9. Juli 2010)
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1. Saison 2007/08 - die legendären Streichquartette mit dem Tassilo-Quartett
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 Der Mensch spielt,

und er weiß,

dass er spielt,

und das Spiel ist

unvernünftig.

 (Jan Huizinga, 1932)