Vorlesungsverzeichnis WinterSemester 2017/18

 

Mittwoch, 4. Okt. 2017, 20 Uhr 

 

Magische Märchen.

 

Es liest: Florian Schöberl

 

 

 

 

                              Mittwoch, 11. Okt. 2017                                        vorlesungsfrei

 

 

Mittwoch, 18. Okt. 2017, 20 Uhr 

 

Franzobel 

Das Floß der Medusa 

 

Was bedeutet Moral, was Zivilisation, wenn es um nichts anderes geht als ums bloße Überleben? Ein epochaler Roman von Franzobel.

18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt...

Es liest: Peter Fürhapper 

 

Mittwoch, 25. Okt. 2017, 20 Uhr

 

Franz Kafka 

Ein Landarzt - Kleine Erzählungen. 

 

Ein Landarzt wird zu einem kranken Jungen gerufen. Er hat kein Pferd, um dorthin zu gelangen, und tritt in seiner Verzweiflung die Tür des Schweinestalles ein. Dahinter taucht plötzlich ein gewalttätiger Fremder mit zwei Pferden auf, die der Arzt nimmt. Er reitet vom Hof, wohl wissend, dass in seiner Abwesenheit seine Haushälterin Rosa von dem Fremden überfallen wird. Den Jungen findet der Arzt mit einer Wunde voller Würmer vor. Er kann ihn nicht heilen und wird von den Dorfleuten nackt zu dem Kranken ins Bett gelegt. Schließlich gelingt es ihm zu fliehen, doch nur so langsam wie in einem schlechten Traum. Mit Selbstvorwürfen des Arztes endet die Erzählung. Kafka bezeichnete sie als eine seiner wenigen wirklich gelungenen Werke.

Es liest: Anna Tavernier 

 

                                  Mittwoch, 1. Nov. 2017      ALLERHEILIGEN      vorlesungsfrei

 

 

Mittwoch, 8. Nov. 2017, 20 Uhr

 

Norbert Krennmair

SeelenSAATgut - Worte und Weisen.

 

"SeelenSAATGut – Worte und Weisen;  sind Texte aus dem Augenblick geschrieben, mehr eingegeben als ausgedacht und sie dienen der Tendenz zum Guten.

 

Es liest: Norbert Krennmair 

 

Mittwoch, 15. Nov. 2017, 20 Uhr

 

Karl-Markus Gauß

Zwanzig Lewa oder tot  &

Die sterbenden Europäer 

 

Ein Autor geht auf Reisen. Ansich nichts Außergewöhnliches. Die Ziele von Karl-Markus Gauß hingegen schon: In der Republik Moldau hat er sich mich "moldawischer Sehnsucht" infiziert, in Bulgarien erkundet er ein anderes Land, als jenes, von dem uns immer wieder schlechte Nachrichten erreichen. Und auf den Straßen von Zagreb entdeckt er das Wechselspiel von Erinnern und Vergessen. Europa verdankt seinen kulturellen Reichtum den kleinen Völkern, in Enklaven und an den Rand des Kontinents gedrängt, oft geflüchtet, ständig fluchtbereit, ausgestorben, und dennoch hoch wirksam und weit verbreitet.

Es liest: Marianne Deinhammer

 

Mittwoch, 22. Nov. 2017, 20 Uhr 

 

Raymond Carver              

Short Cuts - Kurzgeschichten

 

 

Literatur für den 2. Blick - Jede einzelne Geschichte ist vom Inhalt her nicht neu, wenn man die existentielle Literatur der 40er, 50er und sogar die Literatur des französischen neuen Romans kennt. Aber am Ende jeder einzelnen Geschichte entdeckt man das wahre Ziel oder den wahren Sinn des Autors. Sehr geschickt! 

Es liest: Wieland Nordmeyer

 

                                 Mittwoch, 6. Dez. 2017           NIKOLAUS          vorlesungsfrei

 

 

Mittwoch, 29. Nov. 2017, 20 Uhr

 

Alan A. Miln

Pu der Bär - Eine Kindergeschichte für Erwachsene

 

Ferkel: "Wie buchstabiert man 'Liebe', Pu?" – Pu: "Man buchstabiert sie nicht… Man fühlt sie"

 

Pu: "Ein Tag ohne einen Freund ist wie ein Topf, ohne einen einzigen Tropfen Honig darin."

Pu: "Manchmal sind es die kleinsten Dinge, welche den meisten Platz in deinem Herzen einnehmen."

Pu: "Du kannst nicht immer in der Ecke des Waldes bleiben und darauf warten, dass andere zu dir kommen. Du musst auch manchmal zu ihnen gehen."

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Es liest: Stefan Haslinger

 

Mittwoch, 13. Dez. 2017, 20 Uhr

 

Franz Kain

Im Brennesseldickicht  

Die Leiden des alten Grammatikers. 

 

Die Erzählungen des 1922 in Bad Goisern geborenen Franz Kain handeln in der Provinz, sie kennen kein Pathos, sehr wohl hingegen Humor in schwierigen Situationen. Sie berichten von Zwängen und geringen Spielräumen, von Wirtshaushirarchie, von Kegelbahnen und Gefängnissen. Kain, der selbst viele Jahre als Holzknecht im Ausseerland gearbeitet hat, lässt sich in keiner noch so absurden Situation zu einem erstarrenden Urteil hinreißen. Er lässt seine Figuren reden, hört ihnen aber gleichsam auch zu, er erzählt seine Geschichten als hineinhorchenden Prozess. So entstehen Geschichte, Politik, Heimat. So erwachen seine Menschen zum Leben...

 Es liest: Karin Lenglachner (?)

 

Mittwoch, 20. Dez. 2017, 20 Uhr

 

Elisabeth Hradil

...und sie folgten einem hellen Stern 

Eine klassische Weihnachtslesung. 

 

sehr besinnlich, lustig, schön.

 

Es liest: Elisabeth Hradil

 

 

Mittwoch, 27. Dez. 2017 / 3. Jänner 2018

 

Weihnachtferien

vorlesungsfrei

 

 

Mittwoch, 10. Jänner 2017, 20 Uhr

 

Gertrud Fussenegger

Tillmann Benedikowski

Maria Theresia

Friedrich der Große 

 

Eine Gegenüberstellung zweier Zeitgenossen. Beide auf ihre Weise wegweisend in die Moderne. Trotz partieller Gesinnungsübereinstimmungen aber auch Feinde; besonders schmerzte die Habsburgerin, dass ihr der "Alte Fritz" Schlesien abluchste. Bendikowski entfaltet die fesselnde Biografie eines Multitalents: ein absolutistischer Herrscher, der die Folter abschaffte, Frömmelei verachtete, als brillanter Analytiker Strukturen und Menschen durchschaute; Fussenegger entwickelt ihre Maria-Theresia-Studie zunächst etwas klischeehaft entlang des "Mütterlichen", versteht es aber alsbald, auch ihr politisches Geschick, das vor allem im "networking" mit ihren Beratern bestand, detailreich und in makelloser Sprache darzustellen. 

Es lesen: Margot Graf und Klaus Oberndorfer

 

Mittwoch, 17. Jänner 2018, 20 Uhr

 

Stefan Zweig                     

Die Welt von Gestern

Erinnerungen eines Europäers

 

»Viel mußte sich ereignen, unendlich viel mehr, als sonst einer einzelnen Generation an Geschehnissen, Katastrophen und Prüfungen zugeteilt ist, ehe ich den Mut fand, ein Buch zu beginnen, das mein Ich zur Hauptperson hat.«

Es ist eine »Welt von Gestern«, die Stefan Zweig heraufbeschwört: das Wien der 1920er Jahre, das »goldene Zeitalter der Sicherheit«, das von einer Stimmung des Aufbruchs und der kulturellen Freiheit beflügelt war. Diese Zeit endete, als sich in den 1930er Jahren die Schatten des Faschismus über Europa legten. Zweig ging ins Exil, doch seine Erinnerung an die »Welt von Gestern« blieb.

Es liest: Reinhard Wimmer 

 

Mittwoch, 24. Jänner 2018, 20 Uhr 

 

Selma Meerbaum-Eisinger

Ich bin in Sehnsucht eingehüllt 

Gedichte und Geschichten

 

Als Selma Meerbaum-Eisinger, eine entfernte Cousine Paul Celans, 1942 mit nur 18 Jahren starb, hinterließ sie ein Stück Weltliteratur. Lange waren die Gedichte verschollen, bevor sie 1980 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Ihre Liebesgedichte für einen Freund, der später auf der Flucht nach Palästina ums Leben kam, haben ihre Anziehungskraft bis heute nicht verloren und sind aus dem deutschen Literaturkanon nicht mehr wegzudenken. Hilde Domin schreibt: "Es ist eine Lyrik, die man weinend vor Aufregung liest: so rein, so schön, so hell und so bedroht."

 

Es liest: Franz Strasser

 

Mittwoch, 31. Jänner 2018, 20 Uhr

 

Johanna Strasser-Lötsch

Liebesgedichte an Kinder

 

Kinder sprengen unsere Welt als Eltern auf. Sie sind uns so nahe wie sonst kaum jemand und ihr Leben rührt mit großer Kraft an das eigene. Und doch - schon wenn wir sie als Kleine in unseren Armen halten und nichts wollen, als sie zu behüten und zu schützen, wissen wir, dass das Leben sie nicht unversehrt lässt. Das fordert unser Ja zum Leben heraus. Das fordert unsere Liebeskraft heraus. 

 

Es liest: Johanna Strasser-Lötsch 

 

Mittwoch, 7. Februar 2018, 20 Uhr

 

Henry David Thoreau

Walden - Leben in den Wäldern 

 

In »Walden oder Leben in den Wäldern« beschreibt Henry Thoreau sein mehr als zwei Jahre andauerndes Leben abseits der Zivilisation. 1845 baute sich Thoreau eine Blockhütte an einem einsamen Waldsee und lebte dort im Einklang mit der Natur. Sein Bericht über das Selbstexperiment ist zum Klassiker des alternativen Lebens geworden. 

 

Es liest: Margit Pflügl

 

Mittwoch 14. Februar 2017, 20 Uhr

 

Franz Werfel

Das Lied von Bernadette 

 

Der Wiener Schriftsteller Franz Werfel musste 1940 vor den Nazis flüchten. Auf eine abenteuerliche Fahrt nach Südfrankreich folgte ein Fußmarsch übers Gebirge nach Spanien, ehe ihn ein Hochseeschiff nach New York in Sicherheit brachte. Auf dieser Fluchtroute lernte er am Fuße der Pyrenäen auch das Städtchen Lourdes kennen, wo 1858 der kleinen Bernadette Soubirous die Mutter Gottes erschienen war. Werfel gelobte in seiner Verzweiflung, aber auch Rührung, er würde ein Buch darüber schreiben, wenn er unversehrt die Neue Welt erreichte. Wenig später schrieb Werfel in L.A.: »Ich habe es gewagt, das Lied von Bernadette zu singen, obwohl ich kein Katholik bin, sondern Jude. Den Mut zu diesem Unternehmen gab mir ein [...] Gelübde. Schon in den Tagen, da ich meine ersten Verse schrieb, hatte ich mir zugeschworen, immer und überall durch meine Schriften zu verherrlichen das göttliche Geheimnis und die menschliche Heiligkeit - des Zeitalters ungeachtet, das sich mit Spott, Ingrimm und Gleichgültigkeit abkehrt von diesen letzten Werten unseres Lebens.« Das Lied von Bernadette erlebte Millionenauflagen und wurde mehrmals verfilmt. 

Es liest: Franz Schöffmann

 

Fortsetzung folgt, Bereich in Arbeit.

 

 Der Mensch spielt,

und er weiß,

dass er spielt,

und das Spiel ist

unvernünftig.

 (Jan Huizinga, 1932)